Mittwoch, 9. Juli 2014

Jürgens EIndrücke und Erlebnisse vom Ironman in Frankfurt

Ironman Frankfurt Germany 06.07.2014

Geschafft. Mein Ziel den Ironman in Frankfurt zu finishen habe ich erreicht. Nach 11:49 min. überquerte ich die Ziellinie am Frankfurter Römer. Ein erhebendes Gefühl und die Qualen, die Schmerzen, die man während des Wettkampfes erleidet, scheinen für einen Moment des Glücksgefühls vergessen.
Doch blicken wir noch einmal ein paar Stunden, Tage, Wochen zurück. Die Zeit der Vorbereitung, um sich die nötige Kraft und Ausdauer für dieses Event zu holen. Einsame Stunden auf dem Rad oder in den Laufschuhen bei Wind, Regen, Kälte und Hitze oder das Kachelzählen im Schwimmbad. Zusammengefasst in Zahlen habe ich 150 Stunden und 4214km auf dem Rad verbracht. 90 Stunden mit 1018 km in bequemen Laufschuhen gestanden und mich in 52 Stunden und 110 Schwimmkilometern in Schwimmbädern und Seen abgekühlt. Und doch haben sich all die Mühen und Qualen gelohnt, obwohl ich fairer Weise sagen muss, es gab einige Tage, wo man alles verflucht hat.
Der Adrenalinspiegel schoss bei mir zu ersten Mal eine Woche vor dem Wettkampf nach oben, als ich mir in Ruhe noch einmal die Wettkampfbedingungen durchgelesen habe. Das erste Wettkampffeeling bekam ich bereits am Freitag, wenn man seine Startunterlagen abholt, den Start- Zielbereich inspiziert, sich das Wettkampfbriefing anhört und den Internationalen Flair am Veranstaltungsort spürt.
Samstag früh führte der Weg bereits zum Einchecken des Fahrrades und der Kleiderbeutel an den Langener Waldsee. Nachdem das Rad vorbereitet und die Kleiderbeutel für den Wettkampftag verstaut waren, inspizierte ich die Schwimmstrecke. Für mich waren die Wendebojen gefühlt unerreichbar, aber mich tröstete die Tatsache, dass noch mehr als 3200 Athleten das Gleiche vor sich haben.
Nach einer sehr unruhigen Nacht klingelte der Wecker um 3:20 Uhr und um 4:15 habe ich mich an den Schwimmstart bringen lassen. Meine Nervosität war auf dem Höhepunkt angekommen. Fahrradcheck, Dixiklo und ab in den Neo. Um 6:15 mussten alle Athleten aus der Wechselzone raus und an den Schwimmstart. 6:45 Uhr fiel der Startschuss der Profiathleten und um 7:00 Uhr (bei tollem Wetter und angenehmen Temperaturen) für die Altersklassenathleten. Als ich ins Wasser stieg und zur Startlinie schwamm, war ich dann doch entspannt und konnte den Startschuss für den Massenstart der ca. 2800 Athleten kaum abwarten. Das Wasser kocht förmlich und wenn man da mitten drin steckt, kann man sich vorstellen, dass ein ruhiges Schwimmen kaum möglich ist. Trotz allem habe ich das Wasser nach den 3,8 km mit einem guten Gefühl verlassen und startete auf die 180km lange Radstrecke über 2 Runden. Insgesamt waren auch 1000 Höhenmeter zu bewältigen, die Ihren Höhepunkt am Bad Vilbeler Heilsberg fand. Hier war die Stimmung grandios, die Zuschauer standen Spalier und feuerten die Athleten frenetisch an.
Leider musste ich unterwegs 2 Mal etwas Luft auf mein Vorderrad pumpen, die mich schon ein paar Minuten gekostet haben. Wenn ich meine Pausenzeiten mal abziehe, war ich mit einer Schnittgeschwindigkeit von 32-33 kmh unterwegs und beendete  die Radstrecke noch recht fit. Guter Dinge machte ich mich auf die Marathonstrecke und musste nach 5 km feststellen, das wird hart. Nach 20 km konnte ich meine Laufstärke nicht mehr  erkennen und der Hitze Tribut zollen. Es ging fast nichts mehr, viele Laufpausen und Oberschenkel die vor Schmerzen zu platzen scheinen. 22 km lagen ja noch vor mir und ich habe mich noch nie so quälen müssen. Aufgeben war nicht geplant. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, zwar nicht in der Zeit die ich mir vorgenommen hatte, aber dann war nur noch das Ziel das Ziel.
Es ist verdammt schwierig hier in kürze alle Eindrücke und Gefühle rüber zu bringen und wenn mich jemand heute fragt, ob ich es noch mal tun würde, fragt mich nächstes Jahr noch mal. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal an Alexander Janitzki vom Bocholter WSV für den Trainingsplan und die Betreuung bedanken, ohne den ich es nicht geschafft hätte und an meine liebe Frau, die mir den Freiraum für die Trainingseinheiten gelassen hat.
Lieben Dank auch an alle, die mir Glück gewünscht, mitgefiebert und gratuliert haben!!! Ihr wart spitze!!!


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